Langsam aber stetig treten sie aus dem Schatten von Olympischen Spielen und Paralympics heraus: die Special Olympics, die Olympiade für Menschen mit geistiger Behinderung. Im vergangenen September fanden in Berlin die 5. Special Olympic National Games unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Horst Köhler und dem Motto „Dein Herz gewinnt“ statt, bei der 2700 Athleten aus ganz Deutschland in 15 Disziplinen gegeneinander antraten. Zum ersten Mal mit dabei: der zwölfjährige Florian Krieger, Sohn des Nürmont-Montageinspektors Robert Krieger.

SpecialOlympics1Florian Krieger, der seit Geburt geistig beeinträchtigt ist, trat in den Disziplinen Basketball und Schwimmen an. Mit dem gemeinsamen Basketball-Team der Diakonie Neuendettelsau und des Turn- und Sportclubs Neuendettelsau e.V. (TSC) ging Florian als Favorit ins Rennen, musste sich letzten Endes jedoch mit dem dritten Platz und damit der Bronzemedaille zufrieden geben. Ein beachtlicher Erfolg, doch ist es fraglich, ob sich die Mannschaft mit diesem Ergebnis für die 12. Special Olympic International Games qualifizieren kann, die im kommenden Sommer in Shanghai stattfinden werden.

Das Team trat in der so genannten Unified-Klasse an, in der behinderte gemeinsam mit nicht behinderten Menschen spielen.   

Noch größerer Erfolg war der Schwimmdelegation des TSCs beschieden. Fünfmal Gold und einmal Bronze standen am Ende auf dem Konto der Mittelfranken. Ein besonderer Triumph auch für Florian Krieger, der in der Disziplin 50 Meter Freistil am Ende ganz oben auf dem Treppchen stand. „Wasser ist sein Element!“, jubelt auch Florians Vater Robert Krieger, der ihn gemeinsam mit seiner Frau nicht nur nach Berlin begleitete, sondern auch die regelmäßigen regionalen Wettkämpfe besucht. Ob sich die Schwimmer 2007 in China ebenfalls mit Edelmetall schmücken werden, wird Florian allerdings von zu Hause aus beobachten müssen – bei den International Games ist das Mindestalter der teilnehmenden Sportler auf 14 Jahre festgelegt. Die Einteilung in die verschiedenen Klassen erfolgt hingegen sowohl bei den International als auch den National Games nicht aufgrund des Alters, sondern ausschließlich nach der Leistung in den Klassifizierungsrunden. Mit dem wöchentlichen Basketball-Training seines Teams, den Matches mit der Bruckberger Dorfjugend und den regelmäßigen Schwimmstunden mit seinen Eltern wird Florian jedoch auch außerhalb der Wettkämpfe aktiv bleiben.

SpecialOlympics2Zum selbstbewussten Auftreten der Neuendettelsauer trug auch die Nürmont Installations GmbH & Co. KG bei. Mit dem Sponsoring von 26 Trainingsanzügen, die Geschäftsführer Jochen Loy beim Herbstfest der Diakonie Neuendettelsau feierlich übergab, sorgte Nürmont für den einheitlichen Look der Sportler.

Die Anzüge mit dem dezenten Nürmont-Firmenlogo über der rechten und dem Emblem der Diakonie über der linken Brust sorgten für große Begeisterung,

als sie nach einer postalischen Irrfahrt einen Tag vor der Abreise nach Berlin gerade noch rechtzeitig in Neuendettelsau ankamen.

„Die Integration und Förderung von Menschen mit Behinderung ist ein großes Anliegen der Geschäftsleitung von Baumüller und Nürmont“, kommentiert Jochen Loy das Engagement seiner Firma. Besonderen Ausschlag habe überdies der persönliche Bezug gegeben, weswegen weitere Aktionen bereits in Planung seien.


Robert Krieger wird weiterhin den sportlichen Werdegang seines Sohnes begleiten und bietet sich darüber hinaus als Ansprechstation für Eltern in ähnlicher Lage an: „Leider gibt es hier im Raum Nürnberg nur wenig Möglichkeiten für Kinder mit geistiger Behinderung sich sportlich zu betätigen, weshalb man sich gut organisieren muss“. Auch wer sich ehrenamtlich engagieren will, ist herzlich eingeladen, mit Robert Krieger per Email (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) oder Telefon (09128 9255–245) Kontakt aufzunehmen. Die nächsten Special Olympic National Games finden 2008 in Karlsruhe statt. Florian Krieger wird erneut teilnehmen und wieder auf Medaillenkurs gehen